Der folgende Text ist dem Tages-Anzeiger vom 12. Juni 2006 entnommen:
     
    "Jetzt die deutsche Biervielfalt geniessen"
     
    "Biertrinker im Umfeld von Fussballspielen haben ein ziemlich schlechtes Image. Und ich selber habe es auch nicht mit den deutschen Bierbäuchen und den englischen Rowdys. Denen geht es ums Biersaufen, uns von der Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt hingegen ums Biergeniessen. Wir waren von Anfang an viele Politikerinnen und Politiker in der Gesellschaft. Es ist ja ganz witzig, dass wir momentan den Präsidenten des Zürcher Gemeinderates und des Kantonsrates stellen.

Einheitsgebräu am Eröffnungsspiel

Viele Fussballfans kaufen sich jetzt die Biere der jeweils spielenden Nationen zum Match. Davon rate ich eher ab. Man sollte die Gelegenheit nutzen, die deutsche Biervielfalt zu geniessen. Es gibt ja unzählige Bierspezialitäten in Deutschland, zum Teil von ganz kleinen Brauereien, die es zu entdecken gibt. Ich war am Freitag zum Eröffnungsspiel in München, das ja auch eine ganz wunderbare Bierstadt ist, mit vielen spannenden Bieren. Es war ein riesiges Fussballfest mit grossen, aber völlig überlaufenen Festplätzen überall in der Stadt. Beim Match selber wurde dann leider ausschliesslich das Fifa-Einheitsgebräu verabreicht. Die Fifa hat mit Bud einen Exklusivvertrag abgeschlossen. Völlig unverständlich, wenn die WM in Deutschland stattfindet. Aber da geht es eben um viel Geld.

Hoffen auf Portugal

Ich bin seit meiner Jugendzeit ein grosser Fussballfan, schwärmte in den 60er-Jahren vom FCZ mit Köbi Kuhn und Klaus Stürmer und träumte von einer Profikarriere, am liebsten bei Inter Mailand. Leider habe ich das nicht geschafft, und so wurde ich eben Intellektueller und später Politiker. Technisch war ich sehr begabt. Grosses Spielverständnis und so. Aber mir fehlte es an der nötigen Härte und vielleicht auch an der Schnelligkeit.

Als Weltmeister sähe ich ganz gern Portugal. Die spielen einen guten Fussball und haben ein paar ausgezeichnete Spieler wie Cristiano Ronaldo oder Deco, und vielleicht spielt ja auch Figo nochmals eine gute WM. Zudem gibt es sehr gutes portugiesisches Bier, Sagres zum Beispiel, das es bei uns noch zu entdecken gäbe. Der WM-Titel wäre doch eine gut Gelegenheit dafür. (ak.)"

Peter Stähli-Barth ist SP-Gemeinderat und - wie viele seiner Politikerkollegen - in der Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt. Zu den Spielen empfiehlt er deutsches Bier.