Die folgenden Texte sind dem TagesAnzeiger und der NZZ entnommen, und zwar den jeweilgen Ausgaben vom 12. Mai 2005:
     
    Artikel im TagesAnzeiger
    Höchster Stadtzürcher belebt Neu-Oerlikon
     
    Höchster Stadtzürcher belebt Neu-Oerlikon

Zürich. - Schon wieder durften die Oerlikerinnen und Oerliker gestern einen Ratspräsidenten aus ihrer Mitte empfangen, wie Quartiervereinspräsident Kurt Hoffmann stolz anmerkte. Erst zwei Jahre ist es her, als Bruno Sidler (SVP) zum höchsten Zürcher gewählt worden ist, gestern nun kam Peter Stähli-Barth (SP) zu Ehren. Ort des Empfangs: Der MFO-Park in Neu-Oerlikon. Auch wenn er es nicht direkt so ausdrückte - Stähli-Barth, der engagierte Oerliker, hat ihn mit dem Hintergedanken gewählt, Leute in das wenig belebte Entwicklungsgebiet zu locken, ein Belebungsversuch gewissermassen. Und er funktionierte: Der Platz war mit Gemeinderätinnen, Stadträten und Anwohnern so stark bevölkert wie wohl selten zuvor.

Oerlikon bietet sich aber nur schon dank seiner Promi-Dichte für solche Empfänge an: Stähli-Barths Organisationskomitee konnte die früheren Radiostimmen von Verena Speck und Heinrich von Grüningen für die Moderation gewinnen, und im Publikum fand sich der Kabarettist Franz Hohler. Alles eingesessene Oerliker.

Beim anschliessenden Essen, zwischen Salat und Hauptgang, hob Stadtpräsident Elmar Ledergerber die Vorzüge des neuen Ratspräsidenten hervor: Seine Erfahrung im Frontalunterricht und sein Hang zur Didaktik. Stähli-Barth ist Französischlehrer und Prorektor an der Maturitätsschule für Erwachsene, Doktor Professor zudem. "Das wird dir helfen, denn manchmal ist das Parlament wie eine Schulklasse, die ausser Rand und Band zu geraten droht."

Die Gemeinderätinnen und -räte kennen Stähli-Barth vor allem als Mann für vertrackte Fälle. So sass er am runden Tisch, der die verfahrene Situation um die Züspa-Hallen deblockierte und den Weg für die neue Messe freimachte; er führte den Gemeinderat als Präsident der Stadtentwicklungskommission durch den letzten, klippenreichen Teil der Bau- und Zonenordnung (BZO) und erreichte, dass der Rat die heikle Hochhausvorlage einstimmig guthiess. Und schliesslich verschaffte er zusammen mit Parteikollege Werner Sieg der bereits verloren geglaubten Sache eines Dada-Hauses neuen Auftrieb.

Jazz und Bier

An der Feier lernten die Ratsmitglieder aber auch den Jazzliebhaber Stähli-Barth kennen - es spielte die Big Band der Jazzschule Zürich - und den Biergeniesser. Wie seine Vizepräsident gehört auch er der Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt an. "Die Parteien greifen eben gerne auf unsere Mitglieder zurück", erklärte Hartmuth Attenhofer, Generalsekretär der Gesellschaft und seit Montag selber 1. Vizepräsident des Kantonsrats. Die Bierliebhaber könne man brauchen, weil sie erst denken würden, bevor sie den Mund auftäten - dank der beruhigenden Wirkung des Vitamin B im Bier.



     
    Artikel in der NZZ
    Sitzung des Zürcher Gemeinderats
    Lauter Bierliebhaber im Ratspräsidium
Wahlen und ein zweifacher Abschied

mbm. Zürich Nord stellt für ein weiteres Jahr den Präsidenten des Zürcher Gemeinderats. Dies ist das erwartete Fazit der gestrigen Gemeinderatssitzung, an der das Ratspräsidium neu bestimmt worden ist. Nach einem kurzen Auftakt mit Erklärungen von Fraktionen und Einzelpersonen konnte der Rat rasch zu den Hauptgeschäften übergehen. Der scheidende Präsident Marcel Knörr (fdp.) hielt zunächst Rückschau auf sein Amtsjahr und durfte nachher Blumen, Dankesworte und eine Sitzbank entgegennehmen. Dann schickte er sich an, seine letzte Amtshandlung vorzunehmen - die Durchführung der Wahl seines Nachfolgers. Zu diesem wählte der Rat mit dem klaren Resultat von 104 von 111 gültigen Stimmen den bisherigen 1. Vizepräsidenten und 1951 geborenen Mittelschullehrer Peter Stähli- Barth (sp.). Das Ratspräsidium, den sogenannten Bock, komplettieren im nächsten Jahr Christopher Vohdin (svp.), der 81 Stimmen erreichte, und Christoph Hug von den Grünen, auf den 77 Stimmen entfielen. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie der Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt angehören. Es ist damit das zweite Mal hintereinander, dass der "Bock" aus drei Bierliebhabern besteht. Auch Knörr gehört dieser ehrenwerten Gesellschaft an. Für ihn war es der Abend des zweifachen Abschieds. Er räumte einerseits den Präsidentenstuhl und trat anderseits gleich ganz aus dem Gemeinderat zurück, in dem er zwölf Jahre lang die FDP und den Kreis 10 vertrat. Nach der Erledigung der Wahlgeschäfte fuhr die aus Gemeinderäten, Stadträten und etlichen Gästen bestehende Festgesellschaft in alten und neuen Bussen nach Oerlikon, ins Stammquartier des neuen Ratspräsidenten. Dort wurde im MFO-Park die Wahl gebührend gefeiert - natürlich auch mit einem kühlen Bierchen.