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Winterthurs Bier im Test
Erster Erfolg für die neuen lokalen Brauer - auf der Gasse gabs viel Lob.

Das Urteil auf der Steinberggasse war einhellig: Winterthurs neues Bier sei «sehr gut», sagten gestern Freitag viele Passanten, als die Initianten des Vereins Stadtguet die ersten Stangen mit dem schäumenden Gebräu füllten. «Hervorragend», meinten einzelne Degustatoren gar. Und andere merkten an, der in Wädenswil gebraute Probesud von 1000 Litern sei jedenfalls besser als sein Name: «Beginner».

Initiant Beat Spälti will den Namen im Sinne eines Neuanfangs verstanden wissen - als Beginn einer neuen Epoche nach dem Ende der Haldengut-Bierbrau-Tradition in Winterthur. Der 40-jährige Wirtschaftsinformatiker und die rund 50 Vereinsmitglieder wollen mit dem Ausschank auf der Gasse ausprobieren, wie das neue Bier bei den Konsumenten und Konsumentinnen ankommt. Dazu legten sie auch Fragebogen auf, mit denen die Bierkenner ihre Bewertung abgeben konnten.

Hochvergoren und leicht gehopft

Das Winterthurer Bier ist ein hochvergorenes, vollmundiges, leicht gehopftes untergäriges Amber-Bier. Sollte es eine genügend grosse Resonanz finden, will Spälti allerdings später ein obergäriges Bier herstellen, das bei 18 bis 24 Grad vergoren wird. «Wir wollen ein Bier produzieren, das es heute nicht mehr gibt», sagte Spälti. Er hofft, auf einem früheren Industrieareal schon bald regelmässig ein Winterthurer Bier brauen zu können. Im Visier hat er das Sulzer-Areal, die früheren Produktionsräume von Chäs Renz am Deutweg oder die Wespi-Mühle in Wülflingen.

1,7 Millionen Franken gesucht

Trotz des günstigen Urteils der Testtrinker ist allerdings noch lange nicht gesagt, ob es wirklich wieder ein Winterthurer Bier geben wird: Eine Knacknuss wird der Zugang zum Gastgewerbe sein, das die Grossbrauereien mit langjährigen Exklusivverträgen weit gehend vor unliebsamer Konkurrenz geschützt haben. Vor allem aber benötigen Iseli und seine Freunde noch rund 1,7 Millionen Franken, um eine Kleinbrauerei aufzuziehen.

Bis zum nächsten Frühjahr hoffen sie, das Kapital beisammen zu haben. Für die nächsten Wochen und Monate planen sie weitere Degustationen auf der Steinberggasse, die nächste am Samstag, 5. Oktober, ab 11 Uhr. Später möchten sie ihr Bier auch in Einkaufszentren zur Degustation ausschenken. (klr)

Quelle: www.tagesanzeiger.ch

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