Steinfels - wieder mit eigenem Bier!
     
    Seit dem 21. September 2007 ist das Restaurant Steinfels an Stelle des ehemaligen Back&Brau auf dem Steinfels Areal geöffnet. Damit schliesst sich in der urbanen Ausgehmeile eine Lücke im Gastronomie-Angebot. Die unkomplizierte Atmosphäre und die langen öffnungszeiten am Wochenende werden nicht nur Nachtschwärmer, sondern auch Feinschmecker begeistern. GFB-Mitglied und Stadtrat Andres Türler hat zur Neu-Eröffnung launige Worte gefunden.

GFB-Mitglied Andres Türler wird als Stadtrat immer wieder zu wichtigen Eröffnungen gerufen. So auch ins Restaurant Steinfels im September 2007. Seine gehaltvolle Ansprache ist bemerkenswert, sodass wir sie hier im Wortlaut veröffentlichen:
In der Stadt Zürich gibt es gegen 2000 «Restaurants und Beizen», und die Entwicklung ist so rasant, dass fast jeden Tag irgendwo ein neues Lokal eröffnet wird oder schliesst. So stellt sich natürlich die Frage, ob bei jeder Restaurant-Eröffnung ein Stadtrat eine Ansprache hält oder halten muss!
Ganz so einfach ist es nicht.
Ich habe zu diesem Lokal im «Steinfels» eine langjährige Beziehung, wurde hier doch der sich abzeichnende Einheitsbrei im Biermarkt markant durchbrochen. Es drohte wegen der Bewegung im Biergeschäft europaweit das Normbier mit europäischem Normgeschmack.
Es freut mich deshalb, auch als langjähriges Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt, dass hier weiterhin in einer kleinen Brauerei Bier gebraut und ausgeschenkt wird. An sich Grund genug, hier etwas zu sagen und dieser Freude auch vor Publikum Ausdruck zu verleihen - und nicht nur im Stillen bei gelegentlichen Besuchen auf dem Heimweg nach Höngg.
Natürlich liegt es auch in meinem Interesse als Stadtrat, dass die Vielfalt des lokalen Gewerbes erhalten bleibt - in welcher Branche auch immer.

Bier ist nicht nur äusserst gesund und bekömmlich, wie wissenschaftliche Abhandlungen belegen, sondern besteht aus durchschnittlich 92 Prozent Wasser. Und das ist der letzte Grund, hier offiziell aufzutreten. Als Stadtrat bin ich unter anderem auch politischer Verantwortlicher der Wasserversorgung. Bei grossen Kunden bin ich gerne bei der Eröffnung dabei und wünsche viel Erfolg.
Wir befinden uns hier in Zürich-West. Hier ist - nicht nur in der Gastroszene - eine rasante Entwicklung im Gang. Immer mehr Leute kommen hierher, um sich hier zu vergnügen, zu leben, zu arbeiten oder sich auszubilden - oder vielleicht sogar alles miteinander. Im Jahr 2025 rechnen wir mit über 30'000 Personen, die hier arbeiten.
Das Gebiet ist aber mit dem öffentlichen Verkehr noch nicht so erschlossen, wie das in einer Stadt mit 30'000 Einwohnern selbstverständlich wäre (z.B. Uster). Daher wollen und müssen wir das Tram Zürich-West bauen, eine neue Verbindung vom Escher-Wyss-Platz zum Bahnhof Altstetten, damit von Anfang an Qualität im Quartier geschaffen wird und das Quartier nicht vorab im Verkehr erstickt und nachher mit vielen Baustellen und sehr teuer doch noch mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen wird.
Die Stadtzürcher Stimmberechtigten haben dem städtischen Beitrag mit fast 70 Prozent Ja zugestimmt, am 25. November folgt die Abstimmung über den kantonalen Beitrag von 90 Mio. Franken.
Ihnen, die Sie hier anwesend sind, brauche ich wahrscheinlich nicht lange zu erklären, dass diese neue Tramverbindung nicht nur den Einwohnern der Stadt Zürich eine deutliche Verbesserung des Tramnetzes bringt, sondern auch denjenigen, die aus dem ganzen Kanton mit der S-Bahn hierher kommen. Die neue Tramlinie sorgt für die Feinverteilung in Zürich-West, und zwar direkt ab fünf S-Bahn-Stationen.
Ich danke Ihnen jedenfalls schon jetzt ganz herzlich für Ihr Ja am 25. November.

Es gab einen Bierbrauer in Zürich-West, der hat seine Bierflaschen mit Etiketten beklebt, die gegen unser Tram Stimmung gemacht haben - zum Glück erfolglos. Er tat dies nicht aus eigenem Antrieb, sondern im Auftrag des gegnerischen Komitees. Sie können sich vorstellen, dass ich an diesem so angeschriebenen Bier keine Freude hatte.
Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Ich will nicht, dass hier nun das Pro-Tram-Zürich-West-Bier gebraut wird. Viel lieber ist mir, wenn das Bier als Getränk neutral (wie der Artikel «das») bleibt, so dass wir weiterhin aus allen politischen Lagern nach der Debatte unser Bier gemeinsam geniessen können.
Neben der Biervielfalt wird in diesem Restaurant aber auch eine breite Palette an köstlichen Speisen aus aller Welt angeboten - so wie es zum Trend- und «Multikulti»-Quartier Zürich-West passt. Ich bin überzeugt, dass es hier keine «0815-Küche» gibt, sondern Qualität, die man geniessen kann. Auch darauf freue ich mich natürlich, wie man mir unschwer ansieht.
Ich wünsche Christian Kramer und seinem ganzen Team viel Erfolg.
Sie alle wissen, dass es mit Vorschuss-Lorbeeren im Gastgewerbe nicht getan ist. Erst wenn die Gäste das Lokal zufrieden verlassen und wieder kommen, haben Sie den Beweis für Ihre gute Leistung.
Also: Machen Sie's gut und viel Erfolg!